
„Zurückgekehrt von einer sehr inspirierenden Japan-Reise bin ich noch ganz erfüllt von der bezaubernden Schönheit japanischer Wälder und Gärten“. Claudia Schröder, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Palliativmedizin und Naturheilverfahren sowie Zertifizierte Kursleiterin für Waldbaden/Shinrin Voku (BVWA) teilt in dem folgenden Bericht ihre beeindruckenden Impressionen.

„Drei Orte meiner Reise möchte ich als besondere Höhepunkte herausstellen:
Hakone mit seinem bekannten Shinto-Schrein am Ashi-See, der Weg und die Umgebung des Schreins ist gesäumt von 1000-jährigen Zedern, zum Teil heiligen Bäumen. Hier habe ich erstmalig gesehen, wie Japaner die Bäume mit ihren Händen berühren und sich mit ihrer Wange an sie geschmiegt haben. Trotz der vielen Touristen konnte man einen besonderen Zauber dieses Ortes spüren.
Akasawa-Recreation-Forest: Hier wurden seinerzeit die ersten Studien bzgl. der gesundheitsfördernden Wirkung von Wald durchgeführt. Heute ist dieser Wald sowohl ein Waldtherapiezentrum als auch eine Ausbildungsstätte für Waldtherapeuten und Shinrin Yoku-Guides. Zudem zählt dieser Wald zu den am besten duftendenden Wäldern Japans. Auf gut erschlossenen Wanderwegen, aber auch mit einer kleinen Waldbahn kann man einen guten Eindruck von der Vielfältigkeit der Flora und Fauna dieses Waldes bekommen. Trotz oder gerade wegen des Regens an unserem Besuchstag dort haben wir eine gute Nase voll von den Düften des Akasawa-Waldes bekommen- Terpene satt!
Als Höhepunkt am Ende unserer Reise haben wir das UNESCO- Weltnaturerbe Yakushima, einer Insel ganz im Süden Japans, besucht. Auch hier fanden die ersten Studien zur Wirkung des Waldes auf die menschliche Gesundheit statt und bis heute wird zu waldmedizinischen Themen dort geforscht. Yakushima ist ganz besonders: die Insel ist mit 90% tropischem Regenwald bedeckt, der zu den Orten in der Welt mit der höchsten Biodiversität zählt und zudem einen ganz alten Baumbestand hat. 1000-jährige Zedern, die älteste ca. 7000 Jahre, sind keine Seltenheit, durch den vielen Regen sind Wurzeln und Steine mit vielen verschiedenen Moosen bedeckt. Es soll ca. 700-800 verschiedene Moose auf Yakushima geben, die Hälfte der in Japan bekannten Moose. Wir hatten das Glück mit einem lokalen Naturführer diesen Wald von innen kennenzulernen. Unter solch einer alten Zeder zu verweilen, vermittelt ein tiefes Gefühl der Ehrfurcht vor diesen Riesen und der wundervollen Natur-und das macht geradezu glücklich. Eine Shinrin Yoku-Session mit der japanischen Trainerin Makiko Sugishita war der krönende Abschluss unserer Zeit auf Yakushima. Ihr Ansatz ihrer Tätigkeit im großen Respekt vor der Natur ist: der Wald ist der Therapeut, ich bin der Guide. Diese Haltung kann ich mir auch sehr gut zu eigen machen. Sie hat mich inspiriert, wirklich den Fokus auf die Sinne zu legen, denn genau das ist Shinrin Yoku: sich mit allen Sinnen mit der Natur zu verbinden, das führt zu Heilung- auf beiden Seiten: bei uns selbst und in der Natur, die wir dadurch mehr zu schätzen und schützen lernen. 
Aus der japanischen Forschung wissen wir, dass neben der Verbesserung von Herz-Kreislaufparametern, der Immunabwehr und der Erhöhung von Serotonin auch das Oxytocin vermehrt ausgeschüttet wird- unser Bindungshormon. Wir brauchen die Verbindung zur Natur, um uns auch menschlich wieder mehr verbinden zu können.“
Claudia Schröder – Lübeck, im Dezember 2025

